Der Staats-Anzeiger
Bismarck, North Dakota
12 November 1915
Film 3639, Vol. 10, No. 22, Page 5

Bergfield, Saskatchewan
October 28, 1915

Many local newspaper readers are seriously following the events surrounding the war and are wondering whether peace is near. They wonder whether the weapons, munitions and cunning are holding up on the battlefields of Europe. Some claim even, that the powers of Germany and Austria-Hungry have expended their last barrel of powder and that they are without weapons and munitions. They claim the allies have an abundance of supplies and are traveling the world, collecting money and support while the German Allies do nothing of the sort. Others claim that Germany and Austria claim to have mountains of weapons and munitions in reserve and that there is no shortage whatsoever, even if the war lasts another ten years. A wise person asserted that when the end of the war does come, the truth will be stepped on anyway. At that time, all of the calculations will be made about the war provisions and how they were disposed of, the number of soldiers killed, weapons used, etc. However, is there a way to peace for those who are eager for it without costing thousands and hundreds of thousands of graves?

Recently, someone asked whether war comes from God or whether it comes from the stars in heaven, with the latter meaning from the earth and from its inhabitants. "Friend", I replied. "You must know that the intoxication of power brings the circumstance of war, making it possible for people to skillfully and efficiently murder one another. Prayer is ignored by the people and God allows the killing to continue. God sends war to the people as punishment for our wickedness and wrong doing and to re-assert His holy and righteous will."

The man then asked further: "How and when does God give his permission for war to end"? I replied, "When the terror and fury of war spreads out over the globe, when people and nations tear themselves into pieces in the killing fields; when people bathe themselves in blood; when millions are slaughtered on the killing fields under the most frightful torment; when thousands and thousands of people shudder in the deepest sea; when a cry for help emerges from sea to sea; when scourge and earthquake punish the earth. All of this happens with God's permission."

Finally the man said: "I have always believed that everything that happens is the will of God but you seen to say this is not true." I responded: "Dear friend, if it really were as you believe, then God would want the wickedness. However, God does not want wickedness. He allows it because he gave people a free will for us to use to find our place in eternity." Now the discussion came to an end.

I send greetings to my half-brothers Georg, Joseph and Peter near Linton, N. D. and to my Aunt Margaretha.

Anton Jochim

Irma Geiss Katz Collection, Skokie, Illinois
Translation by Val Wangler, Bismarck, North Dakota, November 2004
2004 by Val Wangler
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Viele hiesige zeitungsleser, die unermudlich Kriegsbericht studieren wollen beteuern dass das Ende des Krieges nahe ist, weil die moisten armeen auf den Schlachtfeldern Europas ausgerieben und Waffen und Munition bald alle sind. Einige behaupten sogar, die zentralmachte Deutschland und Oesterreich-Ungarn hatten ihr letztes Pulverfass ange__apft (can't read one letter) und seien fast ohne Waffen und Munition, wahrend die alliierten noch solche in Fulle besassen u. diese aus aller Welt gegen vaargeld beziehen, was die deutschen Verbundeten nicht zu tun im Stande sind. Wieder andere behaupten, in Deutschland und Osterreich feien Waffen und Munition novh bergehoch aufgestappelt und dass an mangel nicht zu denken sei, selbst wenn der Kreig noch zehn Jahre dauern sollte, Dann kommt ein ganz Kluger und meint: Wenn das Ende des Krieges da ist, wird allen meinen und Behaupten aus sein und die wahrheit zutage treten. Naturlich schiesst letzterer den Vogen ab, denn kein Mensch hat die Gewehre und canonen der verschiedenen machte gezahlt noch deren Kriegsvorrate abgewogen. Dann auch kommt es nicht immer auf die Menge der Soldaten und Waffen an noch auf die zahl der kriegsschiffe, sondern viel auf die Fuhrung vor truppen und deren Leistungsfahigkeit und ausdauer. Doch wer ist der Mensch, der nicht heute schnlichst den Frieden herbeiwunscht, und wer wollte nicht dem waffenganze, durch den tausende und hunderttausende ins Grabe finden, Einhalt geboten wissen? Naulich ich frug Jemand, ob der Krieg von Gott gekommen oder von dem Hunmelsgestiren, da letztere doch auch Einfliess auf die Erde und ihre Bewohner ausuben. "Fueund" entgegnete ich. "Sie mussen wissen, dass Regenten und Potentaten durch umstande den Krieg berausbeschworen haben und der menschen mord geschicht unter zulassung Gottes, der demselben Einhalt gebietet, wenn es zeit ist, aber die Hemmelsgestirne haben mit dem Kriege nichts zu schaffen. Ist der Krieg von Gott under die menschen gesandt, so wasr es sein heiliger und gerechter wille und als Strafe fur unsere bosheit und vergehen anzusehen."

Der Mann frug weiter: "Wie und wann ist es denn das hochsten zulassung?"

Ich antwortete: "Wenn die schrecken der Kriegsfurie sich uber den Erdball ausbreiten, wenn Volker und Nationen sich zerfleischen und im Blute baden, wenn Millionen auf den Schlachtfelden umkommen unter den schrecklicsten Qualen, wenn tausende und tausende Menschen in der tieften meeres gerissen warden, wenn schaudererregende Hilserause und notschreie von meer zu meer ertoneu, wenn die Geissel des Erdbebens uns heimsucht, so geschieht dies alles unter zulassung Gottes."

Schliesslich meinte der Mann. "Ich glaube immer, dass bei allem der wille Gottes sein musse, aber dem scheint doch nicht so zu sein."

"Lieber Freund", entegegnete ich, "Wenn es wirklich war, wie Sie glauben, ussste Gott auch das Bose Wollen. Aber das Bose will Gott nicht; er lasst e saber zu, weil er dem Menschen den freien Willen schenkte, nd Ware dieser nicht, Wurden wir nicht in ewigkeit fundigen." Das zwiegesprach war zu Ende.

Gurss an meine Halbruder Gerog, Joseph und Peter bei Linton, N. D. und Tante Margaretha.

Anton Jochim